Schottland in 4 Etappen: Etappe 1 – Von Kilmarnock über Edinburgh nach Glasgow

Bunt: Victoria Street

Im ersten Teil unserer Schottland-Reise starten wir nach unserer Landung in Glasgow die Reise von Kilmarnock, dann weiter vorbei an malerischen Stränden bei Irvine zur Hauptstadt Edinburgh. Von dort gehts weiter in die drittgrößte Stadt des Vereinigten Königreichs – nach Glasgow.

Eine Gast-Beitragsreihe von Marco Huck

Jeder kennt Schottland, und fast jeder, den man fragt, ist begeistert von diesem geschichtsträchtigen und landschaftlich atemberaubendem Land. Doch schaut man sich die beliebtesten Reiseziele der Deutschen an, taucht Schottland dort kaum auf. Offenbar wagen nur relativ wenige die vergleichsweise kurze Reise in den nördlichen Teil Großbritanniens.

Wir wollten in diesem Jahr herausfinden, was Schottland – schottisch-gälisch Alba – alles zu bieten hat. So planten wir schon Anfang April eine große Rundreise mit vier verschiedenen Übernachtungsorten, mit Hin- und Rückflug ab Frankfurt nach Glasgow.

Unsere Route: Nach der Landung in Glasgow verbrachten wir drei Tage in Kilmarnock. Anschließend ging es für drei Tage in ein winziges, abgelegenes Dörfchen in den Highlands südöstlich von Dalmally. Die dritte Etappe führte uns für vier Tage nach Ardgay, direkt am Ufer des Loch Migdale. Den Abschluss bildeten vier Tage in Arbroath an der Lunan Bay.

Etappe 1: Start in Kilmarnock – Lowlands mit Geschichte

Kilmarnock ist mit rund 46.000 Einwohnern die größte Stadt und zugleich Verwaltungssitz von East Ayrshire, einer Council Area im Südwesten Schottlands. Sie liegt etwa 40 Kilometer südwestlich von Glasgows Stadtzentrum, in den schottischen Lowlands.

Tagesausflug: Strände bei Irvine und historische Gassen in Ayr

Von dort aus ist es nur ein Katzensprung zu den schönen Stränden von Irvine. Dort empfiehlt sich ein Dinner – zum Beispiel klassische Fish and Chips bei Duncan’s Bar & Bistro – oder ein Besuch im gemütlichen Pub nebenan, The Ship.

Am nächsten Morgen nahmen wir Kurs Richtung Ayr, ein verträumtes Hafenstädtchen und Geburtsort des schottischen Nationaldichters Robert Burns. Am Strand wurde ich allerdings bald von extrem tieffliegenden Möwen abgelenkt – ich war sofort im Modus für ‚Birds in Flight‘-Fotografie (BIF).

Schlossromantik

Etwas weiter entfernt, rund 27 Meilen südlich, liegt Culzean Castle, ein prachtvolles Schloss zwischen Maybole und Maidens an der Küste von South Ayrshire. Es wurde zwischen 1777 und 1792 erbaut und thront auf einem steil abfallenden Felsen direkt am Meer. Besonders beeindruckend ist der riesige Schlosspark mit Schwanensee und ein “Walled Garden”. Das Areal ist so weitläufig, dass es mit dem Auto befahren werden darf, um die verschiedenen Bereiche bequem zu erreichen.

Tipp für Fotografen: Vor dem Besuch Kamera-Akkus laden und eine leere Speicherkarte bereithalten – hier lohnt sich jeder Auslöser.

Bevor es am nächsten Tag nach Edinburgh geht, machen wir einen kurzen Zwischenstop am Turnberry Lighthouse – perfekt für einen entspannten Spaziergang an der Küste mit einem herrlichen Blick über das Meer.

Turnberry Lighthouse

Hauptstadt seit dem 15. Jahrhundert: Edinburgh

Die Stadt ist mit etwa 525.000 Einwohnern nach Glasgow die zweitgrößte Stadt Schottlands und es gibt dort soviele Sehenswürdigkeiten, Museen, Gebäude etc., daß ein Tag gar nicht ausreicht um alles zu erkunden. Da wir grundsätzlich eher ländliche Gegenden bevorzugen und uns der Trubel von Großstädten weniger anzieht, entschieden wir uns für eine bequeme Hop-On-Hop-Off-Bustour – und waren damit sehr zufrieden. So konnten wir ganz entspannt einige Highlights mitnehmen und die Atmosphäre der Stadt aufsaugen. Edinburgh blickt auf eine sehr lange und bewegte Geschichte zurück, die den Rahmen dieses Reiseberichts sprengen würde. Daher beschränken wir uns an dieser Stelle auf einige fotografische Impressionen. Wie zu erwarten, herrscht in der Stadt reger Betrieb, und Touristen aus aller Welt bevölkern die Straßen.

Ein Besuch im National Museum of Scotland können wir empfehlen, hier finden sich sehr viele Ausstellungsstücke zur Geschichte von Schottland und früheren Lebensweisen mit vielen Infotafeln.

Auf dem Weg zur nächsten Unterkunft: Ein Zwischenstop in Glasgow

Glasgow liegt am Fluss Clyde und ist nicht nur die größte Stadt Schottlands, sondern nach London und Birmingham auch die drittgrößte des Vereinigten Königreichs. Bereits seit Jahrtausenden leben Menschen in der Region – der Fluss bot ideale Voraussetzungen für Fischfang. Heute ist Glasgow vor allem als ehemalige Arbeiterstadt bekannt, beherbergt aber zugleich vier Universitäten und ein breites kulturelles Angebot. Das Großstadtflair gepaart mit regem Tourismus ist hier ähnlich wie in Edinburgh. Auch hier begnügen wir uns daher mit einer Tageskarte für die Hop-On-Hop-Off-Bustour und erkunden ausgewählte Sehenswürdigkeiten.

Um den Menschenmengen ein wenig zu entkommen, steigen wir am Riverside Museum aus – einem modernen Verkehrsmuseum direkt am Wasser. Ein angenehmes Detail: Staatliche Museen in Schottland sind kostenlos. Im Riverside Museum erwartet uns eine sehenswerte Sammlung historischer Fahrzeuge, darunter Lokomotiven, Autos, Motorräder und vieles mehr.

Vor dem Museum liegt die Glenlee, eine 129 Jahre alte stählerne Bark. Die bewegende Geschichte des Schiffes kann auf Tafeln vor dem Museum studiert werden.

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Über den Autor Marco Huck

Marco, geboren 1971 im schönen Rheinland-Pfalz, knipste schon als kleiner Knirps alles was vor die Linse geriet – auch wenn sich kein Film in der Kamera fand (Sparmaßnahmen der Haushaltsregierung).

Inzwischen verdient er seine Brötchen in Teilzeit als Auto- und Motorradfahrlehrer und studiert mathematisch-technische Softwareentwicklung an einer Fernuniversität. Das hat (zum Glück) alles nichts mit Fotografie zu tun, denn das ist offensichtlich sein Hobby was längst zur Leidenschaft geworden ist.

Am meisten Freude bereitet ihm der Weg der fortwährenden Verbesserung, der scheinbar endlos ist. Auch wenn dieser Weg manchmal steinig und holprig ist und sich am am Ende des Tages oft eine Menge Ausschuss auf den Speicherkarten ansammelt.